Seomjinspring

Weingut und Brennerei, Gwangyang, KR

Seomjinspring ist das zweite Haus von Lee Jong Ki. In Mungyeong, tief im Landesinneren, hat er vierzig Jahre lang aus Omija Wein gemacht und OmyNara aufgebaut. 2023 ging er an das andere Ende des Landes, dorthin, wo der Seomjin-Fluss ins Südmeer mündet, und gründete ein eigenes Haus unter eigenem Namen — mit einer anderen Frucht, aber derselben Handschrift: fermentieren, destillieren, reifen lassen.

Ein Name, der den Ort nennt

Der Seomjin gehört zu den klarsten Flüssen Koreas; er entspringt am Demisaem in Jinan und streift auf seinem Weg zur Küste die Südflanke des Jirisan. Das Haus trägt den Namen des Flusses und den der Jahreszeit, in der seine Frucht reift.

Das stärkste Licht Koreas

Gwangyang liegt auf 34,9° nördlicher Breite, auf der Höhe Kretas. Der Name sagt es selbst: 光陽, Licht und Sonne. Die Obstgärten stehen an flussnahen Hängen, die das vom Wasser zurückgeworfene Licht aufnehmen — dasselbe Prinzip, nach dem die Weinberge am Rhein angelegt sind.

Warum der Seomjin

Vierzig Jahre mit einer einzigen Frucht haben Lee Jong Ki gelehrt, dass nicht das Rezept den Wein bestimmt, sondern der Ort: Breitengrad, Licht, Wasser, der Boden unter dem Baum. Als er ein zweites Haus suchte, suchte er deshalb keine Anlage, sondern eine Lage. Gwangyang hatte, was er brauchte — das stärkste Licht des Landes, einen klaren Fluss, der es zurückwirft, und eine Frucht, die hier reifen darf, statt grün gepflückt zu werden.

Was er mitbrachte, war das Handwerk. Mit OmyRosé schuf er Koreas ersten Omija-Schaumwein; er hält einen Master in Destillation der Heriot-Watt University und brannte als Erster in Korea einen Malt Whisky. Diese Hand liegt auf Seomjin Byol — eine zweite Gärung zu führen, ohne die Frucht zu verlieren, ist Erfahrung, kein Zufall.

Korean Apricot, golden gereift

Etwa ein Drittel der koreanischen Maesil wächst hier. In Gwangyang bleibt sie am Zweig, bis sie golden und weich wird — die Korean Apricot, botanisch der Aprikose näher als der harten grünen Pflaume, die man in Korea im Frühsommer pflückt. Daneben reifen Yuja, die aromatische koreanische Zitrusfrucht, und süße koreanische Birnen.

Seomjin Byol | Der Stern des Flusses

Seomjin Byol ist ein Schaumwein aus Korean Apricot — und ein Blend. Lee Jong Ki ergänzt die goldreife Frucht um zwei weitere aus demselben Flusstal: Yuja und koreanische Wildbirne.

Der Grund ist die Säure. Grün geerntete Maesil reicht in der Säure an Omija heran, zu hoch, um daraus Wein zu machen. Im Süden bleibt die Frucht am Zweig, bis sie golden ist: die Säure fällt, das Fruchtfleisch wird weich, das Aroma gewinnt an Tiefe. Was die reife Frucht an Spannung abgibt, bringt der Blend zurück — Yuja setzt die Zitrusachse, die Wildbirne gibt Körper und Länge.

Vergoren wird im Tank nach der Charmat-Methode, mindestens zehn Monate. Trocken, feinperlig, getragen von einer Frucht, die in keinem europäischen Schaumwein vorkommt.

Seomjinspring

Soju Halle
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