Takju | Der trübe Wein
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탁주 · 濁酒 · „trüber Reiswein" | Tak (trüb) vs. Chung (klar)
Takju ist der trübe, ungefilterte Reiswein, dessen milchiges Sediment kein Makel ist, den man versteckt, sondern der ganze Sinn des Getränks.
Takju (탁주) ist ein sinokoreanisches Kompositum: Tak (탁, 濁, trüb) plus Ju (주, 酒, Sool). Sein Charakter ist das genaue Gegenteil von Chung (청, 淸, klar), und zusammen definieren diese beiden Wörter die grundlegende Teilung im Herzen des koreanischen Brauens: den Moment, in dem eine vergorene Maische sich in einen milchigen, opaken Teil (Takju) und einen klaren (Chungju) trennt. Diese Teilung war nie nur physisch; sie war auch sozial.
Takju und Makgeolli
Takju stammt direkt aus der Hausbrautradition, dem Gayangju: Es ist der ungefilterte Ansatz, den die Familien selbst herstellten, und aus ihm entstand später der leichtere Makgeolli. Technisch ist Makgeolli deshalb eine Unterkategorie des Takju. In der Sool-Welt und nach koreanischem Recht bezeichnet Takju jeden sedimentierten, ungefilterten Reiswein, besonders jene über 10 Prozent Alkohol, während Makgeolli meist sedimentiertes Sool unter 10 Prozent meint, nach der Gärung mit Wasser verdünnt. Im Alltag werden beide Wörter austauschbar benutzt, aber für Artisans zählt der Unterschied: Eine Flasche mit der Aufschrift „Takju" ist oft der stärkere, unverdünnte, mehrstufige Ansatz, kräftig und fruchtig, abgesetzt vom leichteren, süßeren Makgeolli.
Trübung als Tugend
Der Schleier des Takju stammt von schwebender Reiskleie, Hefe, Milchsäurebakterien und Nuruk-Fragmenten. Er ist kein Fehler, den man korrigiert, sondern der volle, lebendige Ausdruck des Gäransatzes: Korn, Mikrobe und Wasser zusammen in einer sich wandelnden Mischung. Manche Takju sind so dicht, dass ihre Konsistenz an Joghurt erinnert, sämig und dickflüssig, ein Sool, das man fast löffeln möchte. Traditionelle Takju-Schalen sind aus Keramik, undurchsichtig und weit, gemacht, um in zwei Händen gehalten zu werden. Diesen Wein hält man nicht gegen das Licht. Man trinkt ihn, und man spürt ihn.