Sool & Keramik | Das Gefäß prägt das Getränk
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청자 · 백자 · 분청 · 옹기 | Celadon, weißes Porzellan, Bunchung, Onggi
In Korea war der Becher nie nur ein Behälter; er war ein Zeichen dafür, wer man war und wie man trank.
Koreanische Keramik und koreanisches Getränk sind zusammen aufgewachsen. Über tausend Jahre hat die Halbinsel vier große Tontraditionen vervollkommnet, und jede prägte, wie Sool gebraut, serviert und genossen wurde, von der Schale des Bauern bis zum Becher des Königs.
Vier Traditionen aus Ton
Celadon (청자, Chungja), das jadegrüne Steinzeug der Goryeo-Dynastie, war das feine Repräsentationsgeschirr der Aristokraten; seine kühle, tiefe Farbe entstand aus eisenhaltiger Glasur unter reduzierendem Brand und wurde für Weinbecher und Kannen geschätzt. Weißes Porzellan (백자, Baekja) wurde zum Ideal des Joseon-Hofes: rein, zurückhaltend, konfuzianisch, das perfekte Gefäß für klaren Chungju bei den höchsten Zeremonien. Bunchung (분청), ein freies, erdiges Steinzeug mit weißem Schlicker, oft mit raschen, fast tänzerischen Pinselzügen dekoriert, war das Alltagsgeschirr dazwischen, natürlich und unprätentiös. Und Onggi (옹기), das dunkle, poröse, „atmende" Irdengut, war das Arbeitstier jedes Haushalts.

Wie unterschiedlich getrunken wurde
Das Gefäß folgte dem Getränk und dem Stand. Yangban-Gelehrte und der Hof nippten klaren Yakju und Chungju aus feinen Celadon- und Porzellanbechern, wo die Klarheit der Flüssigkeit auf die Klarheit der Glasur traf. Auch feiner Soju wurde aus solchen Gefäßen genossen, oft aus einem kleinen Celadon- oder Bunchung-Becher, dessen kühle Wand die Reinheit des Brandes unterstrich. Bauern und Arbeiter dagegen tranken trüben Makgeolli aus weiten, undurchsichtigen Schalen, dem Makgeolli-Jeon, gemacht, um in beiden Händen gehalten zu werden, nicht um es gegen das Licht zu halten. Den Takju prüfte man nicht auf seine Farbe; man spürte seine Wärme in der Schale.
Das Gefäß, das atmet
Hinter allem stand das Onggi-Gefäß. Sein Ton wird so gebrannt, dass mikroskopische Poren bleiben; das Gefäß „atmet" langsam und lässt Luft sanft ein- und ausströmen. Jahrhundertelang machte das Onggi zum Gefäß der Wahl für das Fermentieren und Reifen von Kimchi, Jang und Sool gleichermaßen; es regulierte still die lebende Kultur darin. Der Becher verkündete deinen Stand; das Onggi hielt das Getränk am Leben.