Soju Halle — Cheongju | The Clear Wine

Chungju | Der klare Wein

청주 · 淸酒 · „klarer Reiswein" | das Getränk des Hofes

Chungju ist der klare, feine Reiswein, der an die Oberfläche des Gärgefäßes stieg, und an die Spitze der koreanischen Gesellschaft.

Chungju (청주) verbindet Chung (청, 淸, klar oder rein) mit Ju (주, 酒, Sool). Es ist die Flüssigkeit, die im Gärgefäß nach oben steigt und durch feine Filtration oder natürliches Absetzen behutsam abgezogen wird, das Spiegelbild des trüben Takju. Im ostasiatischen Denken trägt das Zeichen 淸 echtes Gewicht: Es steht für Reinheit, Klarheit des Geistes und Verfeinerung. Chungju zu trinken hieß, etwas über das Gewöhnliche Erhobenes zu trinken.

Eine Geschichte, verkompliziert durch den Kolonialismus

Chungjus Geschichte nahm unter japanischer Herrschaft (1910 bis 1945) eine harte Wendung. Das koloniale Alkoholsteuergesetz klassifizierte die Getränke nach japanischen Kategorien um: Der angesehene Name „Chungju" wurde dem in Korea gebrauten Sake japanischer Art (Seishu) zugeschlagen, während der klare koreanische Reiswein in die geringer klingende Kategorie „Yakju" abgeschoben wurde. Das war kulturelle Verdrängung per Verwaltungsakt: Der geehrte Name ging an das koloniale Produkt. Seit der Befreiung holen sich koreanische Produzenten den Begriff Stück für Stück zurück, doch die Linie zwischen Chungju und Yakju bleibt bis heute unscharf.

Das Getränk des Hofes

Chungju war der Reiswein des Königshofes und der gebildeten Yangban. Er wurde zu den höchsten Anlässen gereicht, bei königlichen Banketten, diplomatischen Empfängen und konfuzianischen Riten, und war mit Gelehrsamkeit und moralischer Bildung verbunden. Ihn gut zu machen, mit geduldiger mehrstufiger Gärung, langsamem Absetzen und feinem Abseihen, galt selbst als Zeichen eines kultivierten Hauses. Wo Makgeolli vom Feld sprach, sprach Chungju vom Studierzimmer und vom Schrein.

Ein Chungju aus unserem Haus

Wie lebendig diese Tradition ist, zeigt unser Partner Yangchon in Nonsan, dessen Chungju wir führen. Die 1920 gegründete Yangchon-Brauerei ist eine der am längsten ununterbrochen arbeitenden Koreas, heute in dritter Generation, mit einem Braugebäude aus Holz von 1930, das die Gärtemperatur seit fast hundert Jahren allein durch natürliche Belüftung hält. Für die Premium-Linie kommt pestizidfreier Reis aus der Apfelschnecken-Methode (Urengi) und ein Ipguk-Starter zum Einsatz, ein Beweis, dass koreanischer Chungju heute wieder mit Sorgfalt und Herkunft gemacht wird, nicht als Kopie des Sake, sondern als eigene, klare Stimme.

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